Lila mischen – so einfach geht’s!

Die Farbe Violett, umgangssprachlich auch Lila genannt, ist eine ganz besondere Farbe und hat in der Geschichte auf der ganzen Welt ihre Spuren hinterlassen: Von China über das Römische Reich bis über den gesamten europäischen Kontinent – aufgrund ihrer aufwendigen und kostspieligen Herstellung, wurde sie schnell zur Farbe der Wohlhabenden, Adligen und Mächtigen. Lila ist aber auch eine Farbe der Gegensätze: In ihr vermischt sich das irdische Rot mit dem himmlischen Blau, das Heiße mit dem Kalten, das Männliche mit dem Weiblichen. Darüberhinaus steht sie auch für Unabhängigkeit, Geheimnisse und Kreativität. Aber wie mischt man Lila am besten und wie erzeugt man unterschiedliche Lilatöne? Das schauen wir uns genauer an.

Herkunft und Bedeutung des Begriffs Lila

Das arabische Wort „Lilak“ bedeutet so viel wie Flieder und ist der Ursprung für den Begriff Lila. Forscher konnten violette Malereien bereits bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen, die damals mit Hämatit- und Manganpulver hergestellt wurden. Später haben Menschen herausgefunden, dass man aus dem Schleim einiger Schneckenarten im Mittelmeerraum, eine ganz spezielle, dunkelviolette Farbe gewinnen kann. Da die Methoden zur Herstellung aber sehr umständlich waren, konnten sich nur wohlhabende Menschen lila gefärbte Kleidung und Accessoires leisten. Daher wurde sie schnell zum Symbol für jene, die reich und mächtig waren.  

Wie mischt man lila? – das musst du wissen

Lila ist eine Sekundärfarbe und wird aus zwei Primärfarben gemischt: Blau und Rot. In der Theorie ziemlich einfach also. In der Praxis ist es natürlich etwas komplizierter, denn es kommt darauf an, welche Lilatöne du genau zum Malen verwenden möchtest. Soll es eher ein helles oder dunkles Lila sein? Möchtest du warme oder kühle Lilatöne mischen? Es gibt viele Variationen und Schattierungen mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Hier hilft auch das Hinzuziehen eines Farbkreises. Wenn du zwei gegenüberliegende Farben mischst, erhältst du die Farbe, die zwischen ihnen liegt – bei Blau und Rot ist das Lila.

Die Komplementärfarbe Lila

Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben bzw. Ergänzungsfarben – beide zusammen erzeugen einen besonders starken Kontrast. Wenn man zwei der Grundfarben miteinander vermischt, erhält man jeweils die Komplementärfarbe derer, die eben nicht verwendet wurde.  Die Komplementärfarbe zu Lila ist Gelb. Mischst du also etwas Gelb in deinen Lilaton, dämpfst du dieses ab.


Blau und Rot wird Lila – die Komplementärfarbe zu Gelb

Rot und Gelb wird Orange – die Komplementärfarbe zu Blau
Gelb und Blau wird  Grün – Komplementärfarbe zu Rot

Warmes und kühles Lila mischen

Durch das Spielen mit Farbtemperaturen kannst du deine Lilatöne entweder aufwärmen oder abkühlen. Um es kühler zu machen, füge einfach etwas mehr von dem gleichen Blau hinzu, welches du für dein ursprüngliches Lila verwendet hast. Achte bei der Auswahl deines Blaus darauf, dass es ein eher warmer Farbton ist, da ansonsten die Farbe schnell „verschwommen“ wirkt und nicht strahlt. Gib am Besten immer nur kleine Mengen hinzu und teste die neue Farbmischung, bis du genau den gewünschten Lilaton erreicht hast. Um ein wärmeres Lila zu erzeugen, gehst du genau umgekehrt vor und fügst etwas von dem ursprünglichen Rot hinzu. Hierbei solltest du auf ein eher kühleres Rot setzen, weil auch hier ansonsten das Lila schnell an Ausdruck und Intensität verlieren kann. Auch hier gilt es mit kleinen Mengen zu arbeiten, bis du den gewünschten Lilaton erreicht hast.

Unterschiedliche Lila-Farbtöne mischen

Nachdem wir uns die Grundlagen zum Thema „Lila mischen“ angeschaut haben, gehen wir nun noch einen Schritt weiter und werfen einen Blick auf die unterschiedlichen Lila-Farbtöne, mit denen du dunkle Schattierungen und helle Tönungen darstellst. Diese sind wichtig, um deinem Bild Tiefe zu geben und Dimensionen zu erzeugen.

Hellere Lilatöne mischen

Für Tiefen- bzw. Lichteffekte in deinem Bild benötigst du einen hellen Lilaton, da violette Farben grundsätzlich eher dunkel sind. Die einfachste Methode ist das Hinzufügen von Weiß. Der Vorteil dabei ist, dass du den Lilaton nicht veränderst. Es ist lediglich eine reine Aufhellung. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Gelb. Wie wir vorher schon thematisiert haben, ist Gelb die Komplementärfarbe zu Lila und du kannst es super nutzen, um einen intensiven Lilaton etwas zu dämpfen, ohne ihn dabei  „matschig“ werden zu lassen. Probiere beide Möglichkeiten aus und finde heraus, mit welcher du dein gewünschtes Lila mischen kannst. 

Dunkle Lilatöne mischen

Obwohl violette Farben bereits ziemlich dunkel sind, benötigst du Schattierungen, um deinem Bild Tiefe zu verleihen. Genau wie du mit Weiß aufhellst, kannst du theoretisch mit Schwarz abdunkeln. Wir finden aber, dass die Verwendung von Schwarz nicht der beste Weg ist, um deine Lilatöne dunkler zu machen, da die Farbe selten reine schwarze Farbpigmente enthält, sondern oft auf einer grünen Pigmentbasis gemischt wurde. Das kann dazu führen, dass dein Lilaton einen unerwünschten Grünstich erhält. Versuche es lieber mit kleinen Mengen eines Erdbrauns, auch gebranntes Umbra genannt, um deine violetten Farbtöne aufzuwärmen.

Violett Lila Unterschied

Einfach ausgedrückt ist Violett eine echte Farbe, Lila hingegen eine sogenannte Spektralfarbe, mit der man alle Farbtöne zwischen den Primärfarben Blau und Rot beschreiben kann. Der Name Violett kommt ursprünglich aus der Physik und beschreibt den Farbeindruck von Flächen, die Wellenlängen von rund 380 bis 430 Nanometer reflektieren. Umgangssprachlich nutzen die meisten Menschen allerdings den Begriff Lila als Bezeichnung für Violett.