So einfach kannst du Hautfarbe mischen – eine Anleitung

Die richtige Hautfarbe zu mischen, stellt viele Künstler und Künstlerinnen vor eine echte Herausforderung. Egal ob bei Porträts, Gemälden oder der Darstellung von Körperteilen – der richtige Hautton ist ein wichtiger Faktor dafür, ob das Bild realistisch wirkt oder nicht.   Doch warum ist es eigentlich so schwierig, Hautfarben zu mischen und was muss man tun, um genau den richtigen Hautton zu finden? Wir erklären es dir.

Warum ist Hautfarbe mischen so schwierig?

Es ist relativ einfach, ein sattes Grün für eine Wiese oder ein leuchtendes Blau für einen strahlenden Himmel zu erzeugen. Im Grunde reichen dafür zwei bis drei Farben und mit etwas Probieren erhält man das gewünschte Ergebnis. Wenn man Hautfarbe mischen möchte, ist das leider nicht ganz so einfach –  es braucht mehr Hintergrundwissen und Erfahrung, um realistische Ergebnisse zu erzielen. Jeder Hautton ist unterschiedlich. Manchmal ist die Haut gerötet, mit Sommersprossen verziert, kleine Adern kommen zum Vorschein und vieles mehr. Dünnere Haut, wie beispielsweise die Schläfe, wird mit kälteren Farben erzeugt. Dickere Haut wiederum, wie zum Beispiel die Nase, stellt man mit wärmeren Farben dar. Doch welche Farben benötigt man konkret und in welchem Verhältnis setzt man diese am besten zusammen, um die gewünschte Hautfarbe zu mischen?

Schritt für Schritt die perfekte Hautfarbe mischen

Als erstes mischst du in gleichen Teilen einen Grundton aus den Primärfarben Rot, Blau und Gelb. Dieser bildet die Basis für weitere Hauttöne, die du anschließend noch verwenden möchtest. Diesen kannst du nun aufhellen oder abdunkeln bzw. den Farbton wärmer oder kühler gestalten. Um den Farbton anzupassen, kannst du wie folgt vorgehen: Mische die Farbe auf deiner Palette, tauche den Pinsel ein und halte diesen neben deine (Farb-)Vorlage. Jetzt kannst du entscheiden, in welche Richtung du die Farbe mischen möchtest:


1. Deine Farbe aufhellen oder abdunkeln

Um deine Farbe aufzuhellen, eignet sich am besten Weiß. Das hellt deine Farbe auf und gibt ihr Deckkraft. Benutzt du hingegen ein Umbra (auch Erdbraun genannt), dann dunkelst du die Farbe ab. 


2. Deine Farbe wärmer oder kühler machen
Um sie wärmer zu machen, mischst du einfach etwas Rot oder Gelb unter. Für einen dunkleren Effekt eignet sich Blau hervorragend. 


Taste dich langsam heran und versuche verschiedene Mischungsverhältnisse, um die perfekte Balance für deinen Hautton zu finden. 


Variationen mit Licht, Schatten und Rouge

Äußere Faktoren wie Licht, Feuchtigkeit oder auch Hitze verändern das Erscheinungsbild der Haut und führen dazu, dass der Hautton variiert. Um dein Bild so realistisch wie möglich darzustellen, ist es wichtig, diese Faktoren zu berücksichtigen und unterschiedliche Schattierungen zu mischen. Denn erst die Nutzung verschiedener Hautfarben lässt dein Kunstwerk wirklich lebendig wirken. Wir zeigen dir, wie du ganz einfach Hautfarben mischen kannst, die Lichteinfall, Schatten und Rouge darstellen. Aber sei vorsichtig. Es ist viel einfacher deine Farbe aufzuhellen, als sie abzudunkeln. Arbeite also am Anfang mit den hellen Farbtönen und dunkle diese dann langsam ab.

Licht und Schatten

Licht hat einen großen Einfluss und bewirkt zwei Dinge: Bei direktem Lichteinfall erzeugt es helle Highlights auf der Haut. Um diese Akzente darzustellen, mische einfach etwas Gelb oder Weiß unter deinen Grundton. Andere Hautpartien, die im Schatten liegen, erfordern wiederum einen dunkleren Hautton. Hierfür nutzt du einfach etwas Blau oder Lila und fügst diese deinem Grundton hinzu. Mische am besten eine Reihe von verschiedenen Variationen, um möglichst viele verwandte Farbtöne zu haben, die gut miteinander harmonieren.

Rouge-Variationen mischen

Rouge eignet sich bestens, um rosige Wangen darzustellen oder gerötete Hautpartien zu betonen. Dabei ist es allerdings keine gute Idee, einfach nur mit roten oder rosafarbene Farben über deinen Hautton zu malen. Mische deine ganz eigenen Variationen, damit sich diese übergangslos in die vorhandenen Töne einfügen. Mische einfach etwas Rot und Gelb in deinen Grundton, um deine Rouge-Variation zu erhalten. Bei dunkleren Grundtönen kannst du zusätzlich auch noch etwas Weiß hinzugeben, um den Ton etwas aufzuhellen. 

Hautfarbe mischen mit Acryl

Acrylfarbe eignet sich wunderbar, um Hautfarben zu mischen. Allerdings solltest du ein paar Dinge beachten, bevor du anfängst. In trockenem Zustand wirkt Acrylfarbe dunkler als im nassen. Daher empfehlen wir dir, die Farbe etwas heller zu mischen. Außerdem trocknet sie schneller aus als andere Farben. Das bedeutet, dass du deinen Grundton wahrscheinlich häufiger neu anmischen musst. Wenn du ein großes Bild oder eine Serie malen möchtest, kann es hilfreich sein, dir Notizen zu den Farbmengen der einzelnen Töne zu machen. So stellst du sicher, dass du immer genau den gleichen Farbton triffst, wenn du neue Farben anmischst.

Hautfarbe mischen mit Ölfarben

Im Gegensatz zu Acrylfarbe trocknet Ölfarbe sehr langsam und eignet sich daher ideal zum Mischen von Hauttönen. Dadurch kannst du auch eine größere Menge deines Grundtons anmischen und musst dir keine Gedanken machen, dass dieser austrocknet. Ölfarben bieten ein breites Spektrum verschiedener Farben, mit denen du sehr detaillierte Variationen deiner Hauttöne kreieren kannst. Die Herangehensweise zum Mischen von Hautfarben mit Ölfarben ähnelt dem oben beschriebenem Prozess. Vermische am Anfang die Farbtöne Rot und Gelb. Um dem Ton abzudunkeln und etwas mehr Tiefe zu verleihen, füge anschließend etwas Blau hinzu und taste dich so Schritt für Schritt heran. 

Hautfarben mischen mit Aquarellfarben

Am Schwierigsten ist das Mischen mit Aquarellfarben. Ähnlich wie beim Arbeiten mit Acryl, sind die Farben nach dem Trocknen dunkler als im nassen Zustand. Um deinen Grundton zu mischen, fängst du am besten mit Gelb an und fügst nach und nach kleine Mengen Rot und Blau hinzu, bis du einen orangefarbenen Braunton hast. Diesen kannst du jetzt nach Belieben anpassen, in dem du mehr Rot, Gelb oder Blau hinzufügst – je nach dem welchen Grundton du erreichen möchtest. Achte beim Malen mit Aquarellfarben auch darauf, von wässrig zu deckend zu malen. Nutze also am Anfang viel Wasser und füge Schicht für Schicht mehr Farbe hinzu. So werden die einzelnen Farbschichten deckender und dunkler. 

 

Die perfekte Hautfarbe zu Mischen ist ein Prozess und braucht etwas Erfahrung und Geduld. Aber mit der Zeit wirst du immer bessere Ergebnisse erzielen und genau die Hautfarben mischen, die für dein Kunstwerk perfekt sind. Also ran an die Pinsel und viel Spaß beim Ausprobieren.