So funktioniert die Nass-in-Nass-Technik

Was bedeutet Nass-in-Nass?

Bei der Nass-in-Nass-Technik geht es darum, frisch aufgetragene Farbe direkt weiterzuverarbeiten oder mit einer anderen Farbschicht zu verstreichen. Dabei werden mehrere Farbschichten über- oder nebeneinander gesetzt, bevor diese getrocknet sind. Sie ist besonders stark in der Aquarellmalerei verbreitet, aber auch in der Öl- und Acrylmalerei zu finden. Mit der Nass-in-Nass-Technik lassen sich wunderschöne, weiche Farbübergänge erstellen. Dabei kann die Farbe sowohl „sahneartig“ als auch „milchig“ verdünnt sein. Es geht darum, „frische” Farben zu vermischen und sie nicht abtrocknen zu lassen. Je verdünnter die Farben sind, desto schwieriger ist es, die Farben beim Malen zu kontrollieren. Die Nass-in-Nass-Technik wird meistens mit streichenden oder tupfenden Pinselbewegungen eingesetzt.

Aquarell-Technik Nass-in-Nass

In der Aquarellmalerei ist die Nass-in-Nass-Technik besonders beliebt. Mit ihr erzeugt man die charakteristischen Farbverläufe, die viele Aquarelle auszeichnen. Dabei werden die Farben bewusst sehr flüssig verwendet, um die typischen, wässrigen Effekte zu erhalten. Einer der berühmtesten Vertreter, der die Nass-in-Nass-Technik in der Aquarellmalerei bewusst einsetzte, war der expressionistische Maler Emil Nolde. Er nutzte die schwer zu kontrollierenden Farbverläufe bewusst als künstlerisches Gestaltungsmittel.

Die Nass-in-Nass-Technik in der Ölmalerei

Die sehr langsam trocknenden Ölfarben eignen sich ebenfalls sehr gut für die Nass-in-Nass-Technik. Denn schon aus praktischen Gründen ist es schwer möglich, eine vollständige Trocknung abzuwarten. Durch das Zumischen von verdünnenden Stoffen können mehrere Schichten aufeinander gemalt werden, ohne das es zu ungewollten Farbverläufen kommt. Die neu aufgetragene Farbschicht muss dabei nur etwas dünner sein, als die darunterliegende. Setzt man Ölfarben mit der Nass-in-Nass-Technik richtig ein, erhält man besonders feine Farbverläufe. Durch ihre geschmeidige Konsistenz lassen sich Ölfarben lange modellieren und sind daher auch für Anfänger*innen interessant.

Eine Blume wird mit Nass-in-Nass-Technik gemalt
Grüne Farbe mit Nass-in-Nass-Technik gemalt

Die Nass-in-Nass-Technik in der Acrylmalerei

Acrylfarbe ist besonders vielseitig einsetzbar. Man kann sie pastos auftragen, aber auch stark verdünnt, in lasierenden Farbschichten. Außerdem kann sie gut auf unterschiedlichen Malgründen verarbeitet werden. Von Malkarton über Papier oder Leinwand bis hin zu Holz und Kunststoff – mit Acrylfarbe ist alles möglich. Nutzt man die Nass-in-Nass-Technik in der Acrylmalerei, gibt es zwei verschiedenen Herangehensweisen:

1. Nass-in-Nass-Technik mit unverdünnten Acrylfarben

Dabei nutzt man Acrylfarben, ohne sie mit Wasser zu verdünnen. Einerseits können so mit dem Pinsel mehrere Farben zeitgleich aufgenommen und vermalt werden. Andererseits ist es möglich, Farben in eine noch feuchte Farbfläche aufzutragen. Dabei vermischen sich die verschiedene Farbtöne direkt auf dem Malgrund. Es ist eine beliebte Methode, um weiche Übergänge zweier noch feuchter Farbflächen zu erhalten. Eine beliebte Methode zum Auftragen ist dabei die Abziehtechnik. Dafür kommen Hilfswerkzeuge wir ein Lineal, eine Messerkante oder ein Stück Pappe zum Einsatz. Durch senkrechte, waagerechte oder kreisenden Bewegungen vermischt man nun die feuchten Farbflächen. Das Ergebnis sind interessante Farbmischungen und bunte Schlieren auf dem Bild.

2. Nass-in-Nass-Technik mit verdünnten Acrylfarben

Ähnlich wie bei der Aquarellmalerei können bei dieser Technik die Farbverläufe nur schwer kontrolliert werden. Vielmehr entstehen sanfte Bilder, die einen abstrakten Charakter haben. Zunächst werden die Acrylfarben mit Wasser verdünnt und optional mit etwas Acrylbinder angereichert, um eine bessere Haftung zu erreichen. Nun wird der Malgrund mit einem Schwamm oder einer Sprühflasche angefeuchtet. Wenn er leicht schimmert, hat er die optimale Feuchtigkeit. Anschließend werden die Acrylfarben mit einem Pinsel oder einem Schwamm aufgetragen. Durch den feuchten Malgrund verbinden sich die unterschiedlichen Farben und ergeben die charakteristischen Verläufe und aquarelligen Muster.

Die Vor- und Nachteile der Nass-in-Nass-Technik im Überblick

Vorteile


  • die transparenten Effekte der Farben entfalten sich voll

  • es enstehen weiche Übergänge 

  • die Farben verbindens sich 

  • granulierende Farben entfalten ihre Wirkung

  • interessante Farbmischungen können entstehen


Nachteile


  • Es gibt keine klaren Farbübergänge

  • die Farbe ist schwer zu kontrollieren

  • ungewollte Mischfarben sind möglich

  • man benötigt mehrere Malschichten

  • es können „Zufallsprodukte“ entstehen

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