Malen lernen - mit Malkursen von ArtNight

Mit den Malkursen von ArtNight lernst du Stück für Stück ein spannendes Motiv zu malen. Doch bevor du eines unserer Events buchst, bei denen du dein ganz individuelles Kunstwerk mit nach Hause nimmst, lernst du im Folgenden noch die wichtigsten Grundlagen des Acryl Malens für Anfänger.

Malen mit Acrylfarben

Woraus bestehen Acrylfarben?

Acrylfarben basieren auf drei Bestandteilen: Pigmente, Bindemittel und Lösemittel. Das Pigment bestimmt den Farbton und die Farbeigenschaften der Acrylfarbe. Je nachdem, wie die Farbpigmente beschaffen sind, ist der Farbauftrag deckend oder weniger deckend. Entscheidend dafür sind die Oberflächenstreuung und die Teilchengröße des Pigments. Bei Acrylfarben unterscheidet man zwischen stark lasierend, lasierend, halbdeckend und deckend. Das heißt, nicht nur die Maltechnik, sondern auch die Beschaffenheit der Farbe ist für ihre Deckkraft verantwortlich. Beim Kauf sollte man also auf die Angaben zur Deckkraft der Farbe achten.

Bindemittel verbinden die Pigmentpartikel miteinander und mit dem Maluntergrund. Sie bestehen aus Kunstharz, das dafür sorgt, dass die Farbe wasserlöslich ist, aber nach dem Trocknen wasserfest ist. Denn sobald das Wasser nach dem Auftragen der Acrylfarbe auf den Malgrund verdunstet, lagern sich die Pigmente enger zusammen. Die Acrylfarbe wird dann wasserunlöslich. Somit beeinflusst das Bindemittel maßgeblich, inwiefern die Farbe sich verdünnen bzw. nicht mit Wasser verdünnen lässt, wie schnell sie trocknet und wie gut sie auf dem Maluntergrund haftet. Lösemittel lösen die Bindemittel der Acrylfarbe. Dabei ist bei Acrylfarbe im Gegensatz zu Ölfarbe das Lösemittel meist Wasser, welches nach dem Farbauftrag verdunstet.

Was können Acrylfarben?

Nur schon vorab: Acrylfarben sind echte Alleskönner! Es wäre wahrscheinlich einfacher aufzulisten, was sie nicht können. Deshalb werden hier nur die wichtigsten Eigenschaften umrissen: Mit Acrylfarbe kann man nahezu auf allen fettfreien Malgründen arbeiten. Egal ob auf Leinwand, Porzellan, Holz, Kunststoffen, Pappe … sie ist universell einsetzbar. Darüber hinaus ist Acrylfarbe auch höchst effizient. Sie trocknet viel schneller als Ölfarbe und ist dabei geruchsneutral. Ihre Lichtbeständigkeit und ihre Wasserfestigkeit nach dem Trocknen machen sie zu einer der beständigsten Farben überhaupt. Zudem gibt es eine Fülle an Hilfsmitteln, mit der diese Farbe aufgetragen werden kann. Egal ob gepinselt, gespachtelt oder gespritzt, die Farbe überzeugt immer und der Experimentierfreudigkeit sind kaum Grenzen gesetzt. Kein Grund also, in diesem Buch etwas anderes zu verwenden.

Malen lernen: Tag am Meer

Acrylfarbe: jung, aber überzeugend!

Sie trocknet schnell. Sie stinkt nicht. Und sie ist unheimlich vielfältig. Acrylfarbe ist ein echter Allrounder! Dünn aufgetragen erzielt man mit ihr Aquarelleffekte, dick aufgetragen eine hohe Farbintensität. Sie ist mit Wasser verdünnbar und in getrocknetem Zustand trotzdem wasserfest. Blickt man in die Kunstgeschichte zurück, ist die synthetische Farbe vergleichsweise jung. Erst in den 1940ern kam sie in den USA als Acrylharzfarbe auf den Markt. Zwanzig Jahre später war sie dann der neue Star unter den Farben. Künstler wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein veränderten mit ihr die Kunstwelt. Denn diese Künstler wollten leuchtend „reine“ Bilder gestalten, die durch ihre Farben und Flächen ins Auge stachen. Leuchtkraft und Farbintensität waren dabei mit der Acrylfarbe besonders gut zu erzielen. Dazu kam, dass man ganz „neu“ mit dieser Farbe arbeiten konnte. Sprayen, tropfen, spritzen – den künstlerischen Möglichkeiten waren beim Arbeiten mit Acrylfarbe keine Grenzen mehr gesetzt! In den 1960ern kam die Acrylfarbe als Künstlerfarbe dann auch nach Europa. Heute zählt sie zu den wichtigsten Künstlerfarben überhaupt. Zeit also, sich die Farbe einmal genauer anzuschauen.

Pinsel - Welcher ist der richtige?

Es gibt sehr viele verschiedene Pinsel, die sich in Form und Material unter - scheiden. Wenn man weiß, welchen Pinsel man am besten für was benutzt, fällt das Malen viel leichter.


Richtig in Form !

Es gibt im Wesentlichen drei Pinselformen: Flachpinsel, Rundpinsel und Katzenzungenpinsel


1. Flachpinsel: Sie bestehen aus gleich langen Pinselhaaren und eignen sich beson - ders gut zum Malen von großen Bildflächen, also zum Beispiel Landschaften, Him - mel- oder Meeransichten.


2. Rundpinsel: Dies sind die klassischen Pinsel mit einer konischen Zwinge und einer feinen Spitze. Drückt man nur ganz leicht auf, dann gelingen feinste Linien. Sie eig - nen sich deshalb sehr gut für detailliertes Arbeiten. Drückt man fester, bis sich die Haare spreizen, kann man auch dicke Striche ziehen bzw. Flächen damit füllen.


3. Katzenzungenpinsel: Sie vereinen die Eigenschaften des Flachpinsels mit denen des Rundpinsels und eignen sich je nach Größe sowohl für Detailarbeiten als auch für einen flächigen Farbauftrag. In diesem Buch kommen sie allerdings nicht zum Einsatz.

Auf das Haar des Pinsels kommt es an !

Kunsthaarpinsel bzw. Synthetikpinsel: Diese sind besonders gut geeignet für die Acrylmalerei. Heute gibt es sie in großer Auswahl. Sie sind nicht nur robust, sondern auch einfach zu pflegen. Außerdem ist jedes einzelne der synthetischen Pinselhaare nach vorne hin zugespitzt, sodass Acrylfarbe ganz einfach glatt auf - getragen werden kann.


Borstenpinsel: Sie bestehen meist aus weißen Chinaborsten. Diese stammen von der Rückenpartie von Schweinen und sind die günstigsten sowie strapazierfähigsten tierischen Pinselhaare. Ihr Qualitätsmerkmal: Der Spliss! Das Haar spaltet sich am Ende, so kann auch mit dem borstigen Pinsel ein weicher Farbübergang auf der Leinwand erzielt werden. Daher eignet auch er sich für die Verwendung mit Acrylfarben.


Praxis-Tipp: Pinsel sollte man niemals für längere Zeit mit der Spitze nach unten in einem Wasserglas stehen lassen, sonst verformt sich die Spitze! Am besten legt man die Pinsel auch während kurzer Arbeitspausen auf einem Haushaltstuch ab. Man kann auch ein flaches Gefäß mit Wasser füllen und die Pinsel dort bis zu einem Drittel hineinlegen, sodass der größte Teil des Gewichts auf dem Pinselstiel liegt. Denn: Nur ein sorgfältig gepflegter Pinsel bleibt formstabil und hält lange!


Deshalb:
1. Pinsel nach jeder Sitzung gründlich mit Wasser und Kernseife waschen

2. Eventuelle Farbreste mit den Fingern sorgfältig entfernen

3. Pinsel nur waagerecht liegend trocknen lassen

4. Rundpinsel am Rand des Wasserbehälters sowie auf einem Küchentuch in einer Drehbewegung abwischen, um die Pinselspitze zu formen

Hilfsmittel und Werkzeuge beim Malen: Niemals festlegen!

Für das Malen mit Acrylfarben kann man viele verschiedene Hilfsmittel und Werkzeuge verwenden. Der Künstlerfachhandel hat hier ein fast unüberschaubares Angebot. Weil wir das Malen aber ganz unkompliziert halten wollten, haben wir uns auf ein paar Hilfsmittel und Werkzeuge beschränkt. Wichtig ist aber generell, bei den Malwerkzeugen seine eigenen Vorlieben zu entwickeln. Denn mit der Experimentierfreudigkeit kommt der eigene Stil und dann auch ein eigenes Repertoire an Lieblingswerkzeugen und Techniken. Schon oft hat sich aus einem Behelf oder einem Zufall eine Methode entwickelt.


Palette oder Pappteller

Es gibt eine große Auswahl an Paletten aus Kunststoff: traditionell oval, quadratisch oder rund sowie mit integrierten Näpfchen für sehr flüssige Farbe. In diesem Buch wurden meist aber ganz einfach Pappteller verwendet. Hier spart man sich die Reinigung, die bei wiederverwendbaren Paletten notwendig ist. Generell gilt: Für Anfänger ist eine Palette nicht notwendig.


Tipp: Eine Farbpalette kann auch ein schönes Deko-Element sein! Man kann zum Beispiel ein einfaches Holzbrett nehmen oder einen alten Teller und diesen als Farbpalette nutzen. Dann bleiben die tollen Farbeffekte auch nach Fertigstellung des Bildes erhalten.


Malmesser

Sie dienen hauptsächlich zum Auftragen von Effektpasten und Farbgelen. Auch Acrylfarbe kann mit ihnen auf- und wieder abgetragen werden. Vor allem für besondere Bildeffekte und das Malen von Lichtreflexen oder Wasser lohnt sich der Einsatz dieses Malwerkzeugs.


Spachtel

Sie sind tolle Helfer beim Malen von abstrakten und expressiven Bildern. Grundsätzlich macht das Arbeiten aufgrund der ausdrucksstarken Arbeitsweise, die viel Raum für Experimente lässt, und des ungewissen Ausgangs besonders viel Spaß.


Geodreieck

Eigentlich kennen wir es aus der Schule, doch mit dem Geodreieck kann man ganz einfach geometrische Formen auf eine Leinwand zaubern. Es ist ein wertvolles Hilfsmittel für gerade Linien, rechte Winkel und vieles mehr. Tape Mit Klebeband kann man ganz leicht und spontan geometrische Formen, Raster und Muster auf die Leinwand kleben. Auch einfache Motive lassen sich damit auf eine ganz besondere Weise auf die Leinwand bringen. Je nach gewünschtem Effekt wird das Tape nach dem Malen wieder abgezogen und hinterlässt so klare Kanten, oder es bleibt als Akzent auf dem Bild.

Farbenlehre: Alles so schön bunt hier!

Der Farbkreis ist enorm hilfreich, wenn es um das Verstehen und vor allem um das Mischen von Farben geht! Die Farben in der Mitte, Gelb, Rot und Blau, sind die Primärfarben. Aus reinem Gelb, reinem Rot und reinem Blau kann man außer Weiß alle anderen Farben mischen.


Wohin soll die Mischung führen?

Hier hilft der Blick auf den Farbkreis: Aus den Mischungen ergeben sich entweder Sekundär- oder Tertiärfarben. Ein Beispiel für eine Sekundärfarbe ist Orange, die sich rechts oben an der inneren Pyramide befindet. Der äußere Ring zeigt die Tertiärfarben zwischen den jeweiligen Ausgangstönen. Farben, die sich auf dem Kreis direkt gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben. Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen, sind verwandte Farben.


Farbverwandtschaft besteht, wenn eine Farbe Bestandteil der anderen ist. Ein Beispiel: Orange mischt sich aus Gelb und Rot. Gelb ist also Bestandteil von Orange; somit sind diese beiden Farben verwandt. Außerdem entstehen im weiteren Mischen von verwandten Farben immer weitere Töne derselben Familie. Im Farbkreis liegen verwandte Farben also immer nebeneinander.


Komplementäre Farben sind am besten an einem Beispiel zu erklären. Aus den Grundfarben Gelb und Rot ergibt sich Orange als die komplementäre Farbe zu Blau. Im Farbkreis liegt Orange zwischen Gelb und Rot und damit genau gegenüber von Blau. Allgemein gilt also: Aus zwei Grundfarben ergibt sich die komplementäre Farbe zur dritten Grundfarbe. Dementsprechend ist Blau komplementär zu Orange, Rot ist komplementär zu Grün, Gelb ist komplementär zu Violett.

Farben selber mischen oder kaufen?

Acrylfarben lassen sich mühelos mit anderen Acrylfarbtönen mischen. Und es macht sogar Spaß, so lange zu probieren, bis man genau den gewünschten Ton erzielt hat! Es ist also nicht nötig, alle Farben, die man verwenden möchte, fertig zu kaufen. Letzten Endes ist es aber eher Typsache, ob man eine breite Palette fertiger Farben zur Verfügung haben möchte oder lieber selbst so lange mischt, bis die Farbe entstanden ist, die ins Bild soll. Generell gilt, dass Farbtöne, die durch Mischen derselben Farben entstanden sind, miteinander harmonieren. Bei gekauften, unterschiedlichen Farbtönen muss dies nicht unbedingt der Fall sein.


Tipp: Möchte man eine hellere Farbe mischen, beginnt man immer mit der helleren Farbe und mischt diese in die dunklere, um sich dem gewünschten Ton anzunähern. Außer beim Aufhellen mit Weiß! Hierbei verfährt man genau andersherum. Immer etwas Farbe auf den Pinsel nehmen und diese in das Weiß mischen. Das geht schneller und verbraucht weniger Farbe. Mischen kann man Farben entweder auf einer Palette, einem Pappteller oder direkt auf dem Bildträger, wie zum Beispiel der Leinwand.


Für „Farb-Interessierte“

In Sachen Farbe gibt es natürlich auch Begriffsunterscheidungen. Der Oberbegriff „Farbe“ benennt die Farbe an sich, zum Beispiel Rot oder Blau. Unterschiedliche Nuancen der einzelnen Farben werden als „Farbton“ bezeichnet, beispielsweise Rosarot, Tomatenrot oder Dunkelrot. Und „Farbstich“ nennt man eine Farbe, die als sehr geringer Anteil in einer anderen Farbe enthalten ist und deren Eindruck subtil verändert, so z. B. Blau in blaustichtigem Grau.