Lasierenden Farbauftrag lernen - mit ArtNight!

Einführung in die Lasurtechnik

Bei der Lasurtechnik, oder auch dem lasierenden Farbauftrag, denken viele vielleicht zuerst an Holzmöbel - auch hier wird ja sogenannte Lasurfarbe verwendet, um den Möbeln eine dünne Farb- und Schutzschicht zu verpassen.
Zwar arbeiten wir nicht mit Lasurfarbe, können aber mit unserer Acrylfarbe sehr ähnliche Effekte erzielen.

Lasierend malen kann man sowohl mit Acryl-, als auch Öl- und Aquarellfarbe.

Bei der Lasurtechnik kommt es auf das Verdünnen der Farbe und das richtige Timing an. Das Ziel ist das Erstellen von durchscheinenden, zarten (lasierenden) Farbschichten, die nicht decken!

Wofür setze ich die Lasurtechnik ein?

Im Groben kann man sagen: alle unsere aquarelligen ArtNight-Motive nutzen die Lasurtechnik.

Sobald wir Acrylfarbe verdünnen und so benutzen, als wäre sie Aquarell-, also Wasserfarbe, können wir uns sicher sein, dass auch lasierend gemalt wird.

Ein Paradebeispiel sind unsere Skylines - hier wird die Farbe so weit verdünnt, dass ein wirklich aquarelliger Eindruck entsteht.
ABER ACHTUNG: Da hier auch feuchte Farben ineinander gemischt werden, wird bei den Skylines ebenso die Nass-in-Nass-Technik eingesetzt. Beide Techniken können parallel/gemeinsam eingesetzt werden.
Der Begriff Lasur bezieht sich besonders auf die geringe Deckkraft der verdünnten Farbe.


Ein weiteres Beispiel für den lasierenden Farbauftrag ist der “Kolibri”.
Hier wird die Lasurtechnik besonders am Bauch des Vogels sichtbar: das Gefieder wird mit milchartig verdünnter Farbe so zart gemalt, dass die Leinwand hindurchzuschimmern scheint. Das gesamte Bild macht einen zarten, aquarelligen Eindruck.


Eine Sonderform der Lasurtechnik sind Tropfen, wie z.B. bei “Banksy - Washing Zebra” oder “colourful Paar im Regen”

Wie setze ich die Lasurtechnik ein?

Wie bereits erwähnt, kommt es beim lasierenden Malen besonders auf das Verdünnen der Farbe sowie das richtige Timing an.

Lasierende Schichten können für kleine Details mit dem kleinen Rundpinsel oder aber für größere Flächen mit einem der Flachpinsel erstellt werden.

Dabei gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten:

1) Verdünnte Farbe mit feuchtem Pinsel dort auftragen, wo gewünscht

Hier hast du absolute Kontrolle über deine Farbe und darüber, wo sie sich auf der Leinwand verteilen soll.


2) Erst Wasser auf die Leinwand auftragen und dann verdünnte Farbe hinein”tupfen” oder - tropfen (bzw. erst verdünnte Farbe wie in 1), dann andere verdünnte Farbe hineintupfen)


Bei dieser Technik ist es nicht so einfach, Farbe kontrolliert aufzutragen, da das Wasser die Farbpigmente trägt und verteilt. Es entstehen aber tolle, aquarellige Effekte und Farben können zart ineinandergemischt werden.

Timing wird besonders wichtig, wenn du mehrere zarte Lasurschichten übereinander setzen möchtest. In diesem Fall muss gewartet werden, bis die erste Farbschicht absolut trocken ist, damit sich die Farben nicht ineinandermischen, sondern die zweite Farbschicht die erste präzise überlappen kann (siehe ganz oben im Bild).
Da wir in unseren ArtNights ja nur einen gewissen Zeitrahmen haben, wird diese Technik der Überlappung nur sehr selten eingesetzt.

Die Lasurtechnik kann auch in verschiedenen Formen angewendet werden, wie z.B. in Tropfen (gutes Beispiel hier unser “Banksy - Washing Zebra”, s.o.).

Hierfür verdünnst du die gewünschte Farbe auf deinem Teller, bis sie wirklich wässrig wird. Dann setzt du den Pinsel am oberen Rand/der oberen Kante deiner stehenden(!) Leinwand an und lässt die Schwerkraft den Rest machen. Sollte der Farbtropfen nicht gleich nach unten rollen, kannst du einfach den Pinsel kurz ins Wasser tauchen und einen kleinen Extra-Stupser in den Tropfen geben - wenn er schwer genug ist, wird die Farbe langsam nach unten laufen und es entsteht eine coole, nicht deckende, Streifenoptik.