Eine Anleitung zum Aquarell malen

Aquarellbild auf dem Pinsel liegen

Der Begriff Aquarell stammt von dem lateinischen Wort aqua und heißt übersetzt „Wasser“. Um ein Aquarell zu malen nutzt man nicht-deckende Aquarellfarben, die man mit einem lasierenden Farbauftrag auf Papier, Pergament oder ein anderes Material aufträgt. Das Besondere an der Aquarellmalerei ist, dass die Aquarellfarben den weißen Hintergrund nicht komplett überdecken, was dem Bild Tiefe und eine starke Leuchtkraft verleiht. Wie alle Farben bestehen auch Aquarellfarben aus verschiedenen Farbpigmenten und Bindemitteln. Der Unterschied zu anderen Farben ist aber, dass ihnen kein Streckmittel beigemischt wird – Aquarellfarben sind also rein bzw. pur und entfalten ihre oftmals lichtdurchflutete Stimmung durch den Einsatz von Wasser.

Eine kleine Geschichte der Aquarellmalerei

Aquarelle zu malen ist eine alte Technik, die sich eigentlich bis zur Zeit der Höhlenmalerei zurückverfolgen lässt. Schon damals nutzten die Höhlenmaler Wasser und Farbpigmente, um Menschen und Tiere an die Höhlenwände zu malen. Durch den hohen Kalkgehalt des Gesteins sind einige dieser Werke noch heute erhalten und geben Rückschlüsse auf die „künstlerischen“ Anfänge der Verwendung von Wasserfarben. Auch im alten Ägypten wurden Aquarelle auf Papyrus gemalt und Kalligrafen in Asien nutzten Tusche, die sie durch den Einsatz von Wasser aquarell einsetzen. 


Ein weiterer Meilenstein der Aquarellmalerei hat ihren Ursprung im 15. Jahrhundert und ist stark mit einem Künstler verknüpft: Albrecht Dürer. Er erkannte als einer der ersten das Potential und die Möglichkeiten der Aquarellmalerei und brachte erstaunliche Landschaften und Naturstudien zu Papier. Aber auch er nutzte sie vor allem zu Studienzwecken oder auch als Vorbereitung für seine Ölgemälde. Als eigenständige Kunstform wurde damals noch nicht angesehen, begann aber langsam an Anerkennung zu gewinnen.


Tuschkasten mit Aquarellfarben
Aquarell Blumen und Pinsel auf einem Tisch

Die Blütezeit und der Durchbruch der Aquarellmalerei geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als Joseph Mallord William Turner und Thomas Girtin es schafften, das Aquarelle zu malen als eigenständige Kunstform akzeptiert wurde. Sie strotzten gerade zu vor Kreativität, experimentierten mit neuen Maltechniken und versuchten sich immer wieder an neuen Materialien. Die moderne Aquarellmalerei war geboren und beeinflusste moderne Künstler*innen wie Paul Klee, Wassily Kandinsky oder auch Emil Nolde bis ins 20. Jahrhundert.

Einfach Aquarelle malen – Die grundlegenden Maltechniken

Der Einstieg beim Aquarelle malen ist auch für Anfänger eigentlich nicht schwer. Alles, was du dazu benötigst ist Aquarellpapier, Aquarellpinsel, Aquarellfarbe und eine Mischpalette. Da sich Aquarellfarben hervorragend mischen lassen, erreichst du bereits mit wenigen Grundfarben ein richtig breites Farbspektrum. Ein Set aus 6 – 12 Farben ist daher völlig ausreichend, alle weiteren kannst du dir ganz einfach auf der Mischpalette mischen. Und schon kann es losgehen. 



Schauen wir uns die grundlegenden Techniken an: 


Lasieren


Diese Technik bezeichnet man auch als Nass-auf-Trocken und eignet sich ideal für die ersten Aquarelle. Der Vorteil ist, dass man eine gute Kontrolle über den Verlauf der Farbe behält. Verdünne dazu die Aquarellfarbe mit viel Wasser und trage anschließend die verdünnte Farbe aufs Papier auf. Lass jede Farbschicht vollständig trocknen, bevor du die nächste Farbe aufträgst. 


Lavieren


Diese Technik bezeichnet man als Nass-in-Nass, da die einzelnen Farbschichten ineinander laufen. Dadurch bekommt dein Kunstwerk tolle Effekte, weiche Farbverläufe und fließende Übergänge. Allerdings ist diese Technik auch etwas anspruchsvoller, da du nicht mehr so viel Kontrolle über die Farbe hast, wie beim Lasieren. 


Feuchte als erstes das Papier gleichmäßig mit Wasser an, aber achte darauf, dass keine Stelle zu nass ist. Trage anschließend die mit viel Wasser verdünnte Farbschicht auf den nassen Untergrund auf und male die nächsten Farbschichten auf den noch nicht getrockneten Untergrund. 


Granulieren 

Die dritte Maltechnik bezeichnet man auch als Trocken-auf-Trocken und ist etwas spezieller, da man hier die besondere Struktur des Aquarellpapiers nutzt. Sie ist perfekt, um Wasser, Felsen und Mauern darzustellen. Wähle idealerweise ein besonders raues Aquarellpapier und nutze viel Farbe, die mit wenig Wasser verdünnt wird. Anschließend streichst du den Pinsel sanft über das Papier, so dass lediglich die etwas erhöhten Stellen die Farbe aufnehmen. Die nicht mit Farbe bedeckten, hellen Stellen nennt man auch „Lichtchen“.


Ein Pinsel nimmt eine Aquarellfarbe auf
Eine rosfarbene Blume wird auf einem Tisch gemalt

Aquarell malen lernen – zwei grundlegende Regeln

Nachdem wir uns die drei Maltechniken der Aquarellmalerei angeschaut haben, beleuchten wir nun zwei grundlegende Regeln, die du beim Aquarelle malen einfach befolgen kannst:


1. Von hinten nach vorne malen


Wie der Name schon sagt, beginnst du mit dem Bildhintergrund. Entweder du lässt die erste Farbschicht trocknen oder du malst die zweite Schicht direkt in die noch feuchte Farbe (Lasieren oder Lavieren). Um ein besseres Gefühl für das Verhalten der Farbe zu bekommen, empfehlen wir beim Aquarelle malen für Anfänger die letzte Schicht erstmal trocknen zu lassen. Male langsam von „hinten nach vorne“ und mit etwas Übung wirst du schon bald feststellen, welch schöne Atmosphären dadurch entstehen. 


2. Von hell nach dunkel malen


Aquarelle von hell nach dunkel zu malen bedeutet, erst wässrig und später deckend zu arbeiten. Den Hintergrund malst du eher hell und wässrig, also mit viel Wasser und wenig Farbe, während du die weiteren Schichten Schritt für Schritt dunkler, also mit mehr Farbe und weniger Wasser malst. Denk daran, dass es in der klassischen Aquarellmalerei kein weiß gibt. Weiße Stellen schaffst du in deinem Bild durch das Weglassen von Farben, also mit dem Maluntergrund. Daher solltest du erst die hellen Stellen deines Motivs bearbeiten und dich anschließend Schritt für Schritt den dunkleren, schattigen Bereichen widmen.

Aquarellige Bilder malen bei ArtNight

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